|
Grundvoraussetzung für eine Nierentransplantation ist das Vorhandensein einer Spenderniere. Diese kann prinzipiell auf zwei verschiedenen Wegen gewonnen werden. Entweder als Leichenspenderniere, die häufigste Transplantationsform (90%) oder als Lebendspenderniere. Die Zeitspanne von der Organentnahme bis zur Organtransplantation muss so kurz wie möglich gehalten werden, da die Konservierungszeit (Haltbarkeit) des Organs auf max. 24-48 Stunden begrenzt ist. Leichennierentransplantation Bei der Operation wird eine kranke Niere nicht am selben Ort durch eine funktionierende ersetzt (orthotope Verpflanzungen), sondern die fremde Niere wird an anderer Stelle (heterotop) in die Leistengegend hinter das Bauchfell verpflanzt. Sie liegt dann der Darmbeinschaufel auf und wird an die großen Blutgefäße des Beckens angeschlossen. Den Harnleiter der neuen Niere vernähen die Chirurgen mit der Harnblase. Bei bestimmten Krankheiten müssen sie entfernt werden. Beine Nierentransplantation ist technisch im Vergleich zur Verpflanzung anderer innerer Organe relativ einfach Die eigenen nicht funktionierenden Nieren werden wegen der Blutungs- und Infektionsgefahr nicht entfernt und verbleiben im Körper. Weiterhin ist der technische und zeitliche Aufwand zu groß, außerdem behindert die transplantierte Niere im kleinen Becken keine anderen Organe. Zur Aufrechterhaltung der Entgiftungsfunktion ist nur eine Niere nötig, deshalb wird prinzipiell nur eine Niere transplantiert. Während die Narkose eingeleitet wird, wird die zu transplantierende Niere vom Operateur genau inspiziert und noch einmal auf die Transplantationsfähigkeit geprüft. Dabei werden die Nierengefäße und der Harnleiter exakt beurteilt. Durch einen Schnitt in der Leiste vom Beckenkamm bis zum Schambein wird die Transplantation begonnen. Es wird die Muskelschicht durchtrennt und die großen Gefäße des kleinen Beckens präpariert. Bei Männern wird die Präparation sehr sorgfältig vorgenommen, um den auch dort befindlichen Samenstrang nicht zu verletzen. Die Schlagader der Transplantatniere wird mit der Beckenschlagader des Patienten verbunden, genauso die Vene der Niere mit der Beckenvene. Das gelegentliche Vorliegen von mehreren Arterien oder Venen ist kein großes Hindernis für die Transplantation. Die Gefäßnähte werden mit Hilfe von speziellen Nahtmaterialien ausgeführt. Der Harnleiter der Transplantatniere für den Abfluss des Urins, wird in die Harnblase des Empfängers eingenäht. Dabei wird ein spezieller Katheter mit eingelegt, um die Harnleiter-Blasennaht bis zur Ausheilung zu schienen. Dieser Katheter bleibt für ca. 4-6 Wochen liegen und wird danach mühelos entfernt. Außerdem wird für die erste Zeit ein Urinkatheter zur Ableitung des produzierten Urins eingelgt, um eine genaue Überwachung der Nierenfunktion zu ermöglichen. Nachdem alle Gefäßverbindungen geprüft wurden wird die Wunde verschlossen, ein oder zwei Wundsekretablaufschläuche eingelegt, und mit einem sterilen Verband verschlossen. Diese Sekretablaufschläuche werden dann schrittweise entfernt. Lebendnierenspende - transplantation Grundsätzlich ist die Transplantation eines Organs von paarigen Organen möglich. Deshalb kann eine Niere von einem lebenden Menschen entnommen und einem anderen Menschen transplantiert werden, ohne das sich daraus Nachteile für den Spender ergeben würden. Die Verpflanzung einer Niere von eineiigen Zwillingen untereinander wie der Anfang der Nierentransplantation 1954 in Boston begann) stellt den Idealfall dar, da nur unter dieser Voraussetzung eine völlige genetische Gleichheit besteht und das eigene Abwehrsystem des Empfängers das fremde Organ als „eigenes“ anerkennt und keine Abstoßungsreaktion auftritt. Doch diese Konstellation ist sehr selten, weshalb sich viel häufiger die Frage der Lebendspende bei nahen Bluts-verwandten, wie Geschwistern, Eltern, Großeltern. Es besteht dabei leider nur in ein ¼ der Fälle eine genetische Übereinstimmung. Die Transplantation von Lebendspenderorganen hat mehrere Vorteile für den Empfänger: 1. kürzere Wartezeit des Empfängers, 2. kürzere Dialysezeit 3. durch Zeitplanung optimaler Transplantationstermin 4. kurze Konservierungszeit für das Organ 5. häufig längere Funktionsdauer der Niere Unabdingbar ist die Freiwilligkeit des Spenders für die Entscheidung zur Durchführung einer Lebendspende. Weiterhin dürfen keine Herz-, Lungen-, Leber-, Nierenerkrankungen vorliegen. Etwa 2000 Patienten bekommen pro Jahr in Deutschland eine fremde Niere, 3500 bis 4000 wären notwendig, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Knapp 10 000 Patienten warteten 1998 auf ein Organ, jährlich werden es circa neun Prozent mehr. Die Hälfte der Organe überlebt im Empfänger circa zehn Jahre. Es muss also ebenfalls die Hälfte der Nierentransplantierten durchschnittlich nach zehn Jahren wieder an die Dialyse. 40 Prozent der Transplantierten haben ihr Organ nach 15 Jahren noch. Die wichtigste Ursache für ein Transplantatversagen Monate oder Jahre nach der Operation ist die schleichende (chronische) Abstoßungsreaktion. Da erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfettwerte zu den Risikofaktoren für einen Transplantatverlust gehören und durch die Einnahme der immunsuppressiven Medikamente begünstigt werden können, sollten sie regelmäßig kontrolliert werden |